Juni 1st, 2012

Autounfall mit Hund

Gestern Abend waren Schatzi und ich nach der letzten Apotheke auf der Notdiensttour auf dem Weg nach Hause.

Wir kamen ganz aus Duvenstedt und sind über eine große Hauptstraße hier in der Nähe gefahren, als wir ein Auto mit Warnblinker am Straßenrand sahen.

Mitten auf der Kreuzung, an der Stelle an der der Fußgängerüberweg liegt, haben sich zwei Frauen über jemanden gebeugt. Wurde ein Fußgänger angefahren?

Man darf in solch einer Situation ja nicht vorbei fahren, unterlassene Hilfeleistung und so. Also haben wir ein Stückchen weiter ebenfalls mit Warnblinke gehalten und sind zur Unfallstelle hin gelaufen.

Als wir näher kamen sahen wir einen kleinen Hund in der Größenordnung von Cody und Spike auf der Straße liegen. Eine der Frauen war die Unfallfahrerin, die andere das Frauchen von dem Hund.

Ein Passant hatte bereits den Notarzt gerufen und alle kümmerten sich in der Wartezeit rührend um den Hund. Das Frauchen streichelte den Kleinen ununterbrochen, wir holten aus dem Auto diese Abdeckung für Windschutzscheiben, damit diese im Winter nicht einfrieren und versuchten ihn damit zu zudecken. Die Fahrerin opferte ebenfalls ihre Jacke damit er nicht friert.

Nach kurzer Zeit hob eine der Beiden die Jacke an und man sah eine Pfütze aus Blut, in der der Kleine lag.

Oh Gott, was für ein schrecklicher Anblick! Er war so tapfer. Jaulte nicht, hat nicht gezittert. War nur damit beschäftigt sich zu lecken.

Wo das ganze Blut hergekommen ist wissen wir nicht, er hat sich immer an oder in der Nähe der Pfote geleckt. Wir hockten nicht direkt bei ihm sondern standen einen halben Meter weg.

Der Rettungswagen kam und die Sanitäter sahen direkt dass es sich nicht um einen Menschen handelt, der auf dem Boden liegt. Man konnte richtig sehen dass sie in der Sekunde als sie das gesehen haben ihre Hektik abgelegt haben. “Wir dürfen nur Menschen transportieren” hieß es. Sie haben sich kurz die Kopfwunde der Besitzerin angesehen (Nur eine kleine rote Beule) und ihr geraten dass sie diese behandeln lassen sollte. Kopfverletzungen können immer ernst sein sagte der Sanitäter.

Die Besitzerin lehnte ab, sie wolle sich erst um den Hund kümmern. Verständlich, so würde ich auch handeln! Hund geht nun mal vor.

Die Polizei kam kurze Zeit nach dem Rettungswagen ebenfalls an. Zwei Einsatzfahrzeuge, die sich die Arbeit teilen. Zwei Herren nahmen den Unfall und die Aussagen auf, die anderen Beiden sind zu der Tierärztin der Frau gefahren und haben versucht diese zu erreichen. Es war kurz vor Mitternacht, was natürlich nicht so einfach ist.

Wir konnten nichts mehr tun und haben dann den Unfallort verlassen.

Was genau passiert ist haben wir nicht mitgekommen. Es war schon dunkel, vielleicht ist die Hundebesitzerin über rot gegangen (dunkel gekleidet und dunkler Hund wird schnell übersehen) oder die Autofahrerin hat eine Ampel übersehen. Die Besitzerin hatte zu Hause das ein oder andere Glas Wein getrunken wie sie zugab und war etwas wackelig auf den Beinen. Vermutlich ist sie deswegen über rot gegangen? Ich weiß es nicht.

Ich hoffe, der kleine Hund kommt durch! Er hat so viel Blut verloren. Aber er machte trotz allem einen fitten Eindruck und Schatzi sagt das Bluten wurde auch weniger.

Ich denke, er wird es schaffen!

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